Und er sagte Ihnen ein Gleichnis, um ihnen eine dauernde und unermüdliche Pflege des Gebetes nahezulegen. Es lebte in einer Stadt ein Richter, ohne Ehrfurcht vor Gott und ohne Liebe zu den Menschen. Einmal wandte sich eine Witwe aus derselben Stadt an ihn und sprach: Schaffe mir Recht gegen meinen Ankläger. Lange Zeit wollte er immer nicht. Dann aber sagte er sich: Habe ich auch keine Ehrfurcht vor Gott und keine Liebe zu den Menschen, so will ich doch dieser Witwe Recht verschaffen, weil sie mir keine Ruhe läßt. Sonst kommt sie am Ende noch und fügt mir Schaden zu. Und der Herr sprach: Merkt euch die Worte des gottlosen Richters.

Lukas 18, 1-6




Und er sprach zu den Jüngern: Ein reicher Mann hatte einen Haushalter, von dem ihm zu Ohren kam, dass er seinen Besitz vergeude. Er ließ ihn kommen und sprach zu ihm: Was muss ich über dich hören. Gib Rechenschaft von deiner Haushaltung, deines Amtes kannst du nicht länger walten. Da sagte sich der Haushalter: Was soll ich machen, wenn mir mein Herr das Amt nimmt? Mit den Händen zu arbeiten vermag ich nicht; zu betteln schäme ich mich. Ich weiß, was ich tue, damit mich die Menschen in ihr Haus aufnehmen, wenn ich ohne mein Amt bin. Und er rief alle, die seinem Herrn etwas schuldig waren, einzeln zu sich und sprach zu den ersten: Wieviel schuldest du meinen Herrn? Er antwortete: Hundert Maß Öl. Und er sprach: Hier nimm deinen Schuldschein, setz dich hin und schreibe kurzerhand: fünfzig. Dann fragte er einen anderen: Wieviel bist du schuldig? Er antwortete: Hundert Maß Weizen. Und er sprach: Hier ist dein Schuldschein, schreibe achtzig. Und der Herr hob die Klugheit hervor, mit welcher der ungerechte Haushalter gehandelt hatte und sagte: Die Söhne des irdischen Sinne sind klüger in ihrer Art als die Söhne des Lichtes. Ich sage euch: Macht euch mit den zu Unrecht aufgespeicherten Gütern des allzu Irdischen Freunde, durch die ihr, wenn alles aufgebraucht ist, Aufnahme findet in die ewigen Hütten des Geistes.

Lukas 16, 1- 9